Silvesterlauf e.V.
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2009: Der Rückblick

Haile triumphiert beim Jubiläum

Das Silvesterlauf-Jubiläum wurde zum rauschenden Fest. Die prominenten Gäste- und Ergebnislisten sagen mehr als 1.000 Worte: An erster Stelle zu nennen natürlich Lauf-König Haile Gebrselassie, der auf sympathischste Weise die Herzen der Trierer im Sturm eroberte, dann die Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius als Deutschlands Sportlerin des Jahres 2009,  ZDF-Sportreporter-Ikone Wolf-Dieter Poschmann, die weltbeste Marathonläuferin Irina Mikitenko, Silvesterlauf-Botschafterin Sabrina Mockenhaupt, Olympiasieger Dieter Baumann, und und und … Die Jubiläumsfeier in der Silvesternacht in den Viehmarkt-Thermen geriet zu einem gesellschaftlichen Ereignis ersten Ranges.

Der 20. Silvesterlauf in Trier mit rund 2.000 Teilnehmern und 20.000 Zuschauern steht für ein gigantisches Volksfest, ganz großen Sport und eine höchst erfolgreiche Image-Kampagne für die älteste Stadt Deutschlands. „Das Jubiläum war die Krönung in der Erfolgsgeschichte dieses Laufes“, äußerte Schirmherr Klaus Jensen begeistert: „Das Medienecho hat Ausmaße angenommen, die der Stadt Trier die Möglichkeit geben, sich als gastfreundliche Stadt weltweit zu präsentieren.“

Wer Anfang Januar die Suchbegriffe „Trier“ und „Gebrselassie“ in die Internet-Suchmaschine Google tippte, erhielt 46.300 Treffer. Unter anderem berichteten selbst in China (Xinua) und Australien (AAP) die großen Nachrichtenagenturen. Fast in allen Berichterstattungen fand das „deutsche Sao Paulo“ Erwähnung vor dem einst weit entfernten Vorbild des seit 1925 ausgetragenen weltweit ersten Silvesterlaufs in Brasilien.

Haile Gebrselassie  regierte Trier. Gezeichnet vom Lauf, weniger von der Anstrengung als von Dutzenden Konfetti-Schnipseln, die in seinem Gesicht klebten, setzte der französische Lauf-Clown Michel Descombes dem Herrscher der langen Laufdistanzen eine Krone auf. Es war das Bild des Tages, bundesweit in den ersten Zeitungen des Jahres zu sehen und weltweit via Internet verbreitet: Haile als König von Trier.

Der tosende Applaus der vielen Tausend Zuschauer auf dem Hauptmarkt bei der Siegerehrung zeigte, dass die Fans es dem Äthiopier nicht übel nahmen, dass er „nur“ gewonnen hatte. „Ich nehme die Schuld auf mich, denn ich hatte mich verrechnet“, erklärte der 27-malige Weltrekordler: „Ich dachte eingangs der letzten Runde, es reicht für den Streckenrekord. Aber ich hatte die verlängerte Zielgerade vergessen. Das darf nicht passieren.“

Kein Wort davon, dass er in der ersten Runde etwa zwei Sekunden liegen ließ, weil er einen Schlenker hinter dem abbiegenden Führungsfahrzeug machte. Olympiateilnehmer Arne Gabius, nach einer Runde noch an Haile dran und am Ende als Vierter bester Deutscher, beorderte den Superstar mit Gesten und Rufen auf die Ideallinie zurück. Auch der Regen, der ausgerechnet wenige Minuten vor dem Startschuss einsetzte und die Strecke rutschig machte, diente Haile nicht als Ausflucht. Ebenso wenig die Konfetti-Wolken, durch die er sich bei seinem Solo-Lauf gegen die Uhr kämpfen musste. Die Stoppuhren im Ziel zeigten 22:22,5 Minuten, nur 1,5 Sekunden über dem weiterhin gültigen Streckenrekord des Kenianers Isaac Kariuki aus dem Jahr 1997. Nach Straßenlaufregeln aufgerundet stehen nun 22:23 für den wohl besten Langstreckenläufer aller Zeiten in den Trierer Annalen.