Silvesterlauf e.V.
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Gabius: „Es gab Jahre, da wurde ich ausgebremst“

Das Duell mit Vorjahressieger Homiyu Tesfaye steht im Blickpunkt des Trierer Silvesterlauf-Jubiläums.

Zum Jubiläum ein Glanzlicht: Der 25. Bitburger-Silvesterlauf in Trier verspricht ein sportliches Feuerwerk. „Ich will in guter Form antreten. Und irgendwann soll möglichst auch ein Sieg beim deutschen Sao Paulo in meiner Vita stehen“, sagte Arne Gabius an diesem Freitag im Rathaus der Römerstadt. Das Duell zwischen Vorjahressieger Homiyu Tesfaye aus Frankfurt und dem aktuell besten Straßenläufer der Nation, der im Oktober beim Frankfurt-Marathon in 2:09:32 Stunden so schnell über die klassische Distanz lief wie kein Deutscher seit 1989, wird die traditionell mehr als 10000 Zuschauer in der Trierer Altstadt elektrisieren.

Bei der Pressekonferenz berichtete der Silvesterlauf-Vereinsvorsitzende Berthold Mertes über den Stand der Vorbereitungen auf die Jubiläumsauflage, zu der wieder 2000 Teilnehmer aus mehr als 20 Nationen erwartet werden. Mertes stellte einen Dank an die Stadt Trier ganz nach vorne. „Insbesondere gilt dieser auch persönlich den Trierer Oberbürgermeistern, deren es in diesem Vierteljahrhundert ja nur zwei gab: Helmut Schröer und Klaus Jensen“, sagte Mertes: „Ohne die tatkräftige Unterstützung von Beginn an wäre aus unserer tollen Idee nicht eine legendäre Veranstaltung geworden.“

Der im März aus dem Amt scheidende und deshalb letztmals als Schirmherr fungierende Oberbürgermeister Klaus Jensen äußerte sich zuversichtlich, „dass der Silvesterlauf die Trierer zum Jubiläum wieder einmal besonders in seinen Bann ziehen wird“. Jensen: „Die Veranstaltung hat für Trier im Bereich des Sports eine herausragende Bedeutung.“

In der Laufszene frühzeitig als „deutsches Sao Paulo“ positioniert, hat Trier sich nun schon seit rund zwei Jahrzehnten als renommiertester Silvesterlauf hierzulande etabliert und ist neben Bozen und Madrid führend in Europa. Dieser internationale Stellenwert ist auch für das Jubiläum  garantiert: Der viermalige Sieger und Ex-Afrikameister Moses Kipsiro aus Uganda soll im Bitburger-Lauf der Asse über acht Kilometer der von Gabius und Tesfaye gejagte Favorit sein. Der Start des 28-jährigen Kipsiro ist noch nicht hundertprozentig sicher, weil er im Herbst durch eine Verletzung gebremst wurde. Er sei aber gut im Training, berichtete Mertes und berief sich auf die jüngste Aussage von Kipsiros Management aus London, das unter anderem auch Sprint-Star Usain Bolt vertritt.

Homiyu Tesfaye war 2013 der gefeierte Held auf dem Trierer Hauptmarkt. Der 21-Jährige ist in Äthiopien geboren, lebt nun schon seit mehreren Jahren hierzulande. Nach seinem ersten internationalen Meisterschaftseinsatz mit dem Adler auf der Brust, bei dem er sich als Fünfter über 1500 Meter im August bei den Weltmeisterschaften in Moskau glänzend aus der Affäre gezogen hatte, gelang Tesfaye an Silvester in Trier der große Coup. Als erster Deutscher seit 1996 schlug er die Weltklassekonkurrenz im Bitburger-Lauf der Asse. 17 Jahre zuvor war dies dem Mayener Thorsten Naumann gelungen. Bei der Silvesterlaufpremiere 1990 hatte der Rostocker Olaf Dorow gewonnen.

Arne Gabius war auch schon mal dicht dran – am dichtesten im Jahr 2011, als er Zweiter wurde. Der 5000-m-Vizeeuropameister von 2012 hofft diesmal auf eine Chance. „Viel wird selbstverständlich davon abhängen, wie schnell das Rennen wird. Es gab Jahre, in denen wurde ich in den Kurven regelrecht ausgebremst. Aber das gehört zum Straßenlauf“, sagte der 33 Jahre alte Mediziner, der wegen seines glänzenden Marathon-Debüts zu Deutschlands Läufer des Jahres gewählt worden ist.

Brasilianische Stimmung ist im Jahr des deutschen WM-Erfolges auf dem südamerikanischen Kontinent selbstverständlicher denn je in Trier. Drei Samba-Gruppen werden am 1-Kilometer-Rundkurs durch die Altstadt alle Läufer anfeuern. Allen Hobbyläufern, Spitzensportlern, Nachwuchsathleten und Senioren ist am 31. Dezember in Trier somit der stimmungsvollste Jahresabschluss garantiert, den man sich vorstellen kann: Schrille Töne aus Trillerpfeifen und Konfetti in den Haaren gehören zum guten Ton.

Es gibt weltwelt wohl nur wenige Läufe, die atmosphärisch an den Bitburger-Silvesterlauf in Trier herankommen. So wie zum Beispiel das seit 1923 veranstaltete Jahresabschlussrennen im brasilianischen São Paulo. Den ältesten Silvesterlauf der Welt hatten sich die Lauf-Macher in Trier 1990  zum Vorbild genommen. Wie in Südamerika gehören Samba-Trommler und -Tänzerinnen auch in Trier einfach dazu.

 

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Arne Gabius vor der Porta Nigra; Foto: Holger Teusch