Silvesterlauf e.V.
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1800 Anmeldungen, leider eine prominente Absage: Kipsiro

In puncto Teilnehmerzahl ist der 24. Bitburger-Silvesterlauf in Trier nicht weit von seinem Rekordniveau entfernt, ein wenig wird die Vorfreude aber durch eine prominente Absage getrübt: Der viermalige Sieger Moses Kipsiro kann seinen Titel verletzungsbedingt leider nicht verteidigen.

Die schlechte Nachricht kam am Wochenende vor Weihnachten wie aus heiterem Himmel. „Es tut mir sehr leid, aber Moses kann nicht laufen“, ließ Kipsiros Londoner Athletenmanagerin Marion Steininger am Samstag wissen: „Heute stand wieder Tempotraining auf dem Programm und er konnte kaum sprinten, hatte starke Oberschenkelbeschwerden. Leider sind wir daher gezwungen, sowohl Trier sowie zwei weitere Starts bei Cross-Rennen, die wir für ihn geplant hatten, abzusagen.“

Dabei hatte der frühere 10.000-m-Afrikameister aus Uganda sich unbedingt als erster Athlet in der Geschichte des Trierer Silvesterlaufs zum fünften Mal als Sieger in die Liste eintragen lassen wollen. Kipsiro hatte, wie Steininger mitteilte, in den letzten Wochen gut trainiert und viele Kilometer gemacht.

Dumm, dass mehrere tausend Programmhefte mit Kipsiro auf dem Titel und Kipsiro-Story im Innenteil kurz vor dem Wochenende in den Druck gegeben worden sind und am Silvestertag an Teilnehmer und Zuschauer verteilt werden.   „Die Absage von Moses ist leider keine schöne Bescherung“, sagte der Silvesterlauf-Vereinsvorsitzende Berthold Mertes: „Aber das kann immer passieren und dann muss man damit leben. Auf der anderen Seite gibt es sehr positive Vorzeichen – zum Beispiel deutet die Zahl der Voranmeldungen auf eine Beteiligung unweit des Teilnehmerrekordes aus dem Jahr 2009 hin.“ Damals meldeten sich mehr als 2200 Aktive an, Stand 23. Dezember sind es für die 24. Auflage des Bitburger-Silvesterlaufs bereits knapp 1800.

Als kurzfristiger Ersatz für Moses Kipsiro ist im übrigen ein anderer Weltklasseläufer aus Uganda im Gespräch: Thomas Ayeko, gerade erst 20 Jahre alt und 2012 bereits Olympiafinalist in London. Ob er kommt, hängt davon ab, ob er noch rechtzeitig ein Visum erhält.

Über mangelnde Klasse können sich die Zuschauer am 1-km-Rundkurs durch die Trierer Innenstadt am 31. Dezember dennoch nicht beschweren. Homiyu Tesfaye, Deutschlands Läufer des Jahres 2013 mit äthiopischen Wurzeln, hat mit seinem fünften Platz über 1500 Meter bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften bewiesen, dass er durchaus Außenseiterchancen besitzt, als erster Deutscher seit 1996 (damals siegte Thorsten Naumann) den Bitburger-Lauf der Asse über 8 km im „deutschen Sao Paulo“ zu gewinnen. Trier trägt diesen Beinamen in Anlehnung an den ältesten Silvesterlauf der Welt in der brasilianischen Millionenmetropole – aber auch aufgrund der ausgelassen Stimmung mit Sambatänzerinnen und -trommlern am Straßenrand.

Von dieser Atmosphäre schwärmt auch Deutschlands Läuferin des Jahres, die 41-jährige Irina Mikitenko. 15 Jahre nach ihrem Sieg im Sparkassen-Elitelauf der Frauen über 5 Kilometer nimmt die zweimalige Gewinnerin der World Marathon Majors und deutsche Rekordlerin es noch einmal mit der im Schnitt fast 20 Jahre jüngeren Konkurrenz auf. Die Favoritenbürde lastet auf 3000-m-Vizeeuropameisterin Corinna Harrer aus Regensburg, die vergangenes Jahr Sabrina Mockenhaupt distanzierte. Für eine Überraschung gut ist die Wattenscheiderin Eleni Gebrehiwot, die Harrer und Mockenhaupt im abgelaufenen Jahr im Crosslauf besiegte.