Silvesterlauf e.V.
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Olympische Spiele sind kein Kinder-Geburtstag

Gesa Krause strahlte über das ganze Gesicht. Die 20 Jahre alte Junioren-Europameisterin aus Frankfurt, zuletzt zweimal in Folge Juniorensiegerin beim Bitburger-Silvesterlauf in Trier, bot bei den Olympischen Spielen in London eine tolle Vorstellung und steigerte sich als Achte des Finales über 3.000 m Hindernis auf glänzende 9:23,52 Minuten. Siebte wurde die deutsche Rekordlerin Antje Möldner-Schmidt (9:21,78), an Silvester 2008 als Vierte und beste Deutsche ebenfalls schon in Trier groß in Erscheinung getreten.
Acht den Trierer Zuschauern bestens bekannte Silvesterlauf-Größen sind in London am Start – Anlass für diese kurze Zusammenfassung, bevor wir Corinna Harrer für das Halbfinale über 1.500 Meter und Arne Gabius über 5.000 Meter fest die Daumen drücken.
Silvesterlauf-Botschafterin Sabrina Mockenhaupt kam bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme über 10.000 m in 31:50,35 Minuten auf Rang 17 (nach 15 in Athen und 13 in Peking), Deutschlands Marathonrekordlerin Irina Mikitenko beim insgesamt fünften Olympiastart in 2:26:44 Stunden auf Platz 14, nachdem sie bis zur Hälfte des Rennens in der Spitzengruppe mitgehalten hatte. Die Saarbrückerin Susanne Hahn erreichte den 32. Rang (2:30:22).
„Das sind Olympische Spiele und kein Kindergeburtstag“, meinte „Mocki“: „Ich bin froh, dass ich mich durchgekämpft habe. Nach meiner Verletzung war es schon schwer, hier mitzumachen und durchzuhalten. Es ist schade, dass ich nicht in Topform war. Aber ich gehe trotzdem mit einem Lächeln nach Hause.“ Die Siegerländerin ist seit 2002 Stammgast beim Bitburger-Silvesterlauf in Trier, dreimal gewann Mockenhaupt (2005, 2007 und 2010). Symbolisch gab „Mocki“ bei einem Sponsorentermin im November 2011 den Staffelstab in Form einer Flasche Bitburger Alkoholfrei an die ein Jahrzehnt jüngeren Konkurrentinnen weiter (siehe Bild). 2012 könnte es am 31. Dezember auf dem Hauptmarkt zum Showdown in dem Generationen-Duell kommen.
Gesa Krause sagte jetzt in London: „Olympia war für mich auf jeden Fall ein neues Kapitel. Es war ein unheimlich tolles Kapitel, das ich wieder erleben möchte. Mit meinem Lauf bin ich sehr zufrieden. Ich habe gemerkt, dass mir für die Spitze noch ein bisschen die Körner fehlen. Aber ich wusste vorher, dass ich nicht ganz vorne mitlaufen kann. Aber ich denke, mit dem achten Platz, einer einstelligen Platzierung, kann ich auf jeden Fall zufrieden sein. Im Vorlauf habe ich gemerkt, dass das möglich ist. Umso glücklicher bin ich jetzt, dass ich das auf die Bahn bringen und es allen zeigen konnte.“
Carsten Schlangen, der seit Jahren an Silvester seinen Geburtstag in Trier feiert (2008 bester Deutscher beim Silvesterlauf), erfüllte mit dem Erreichen des Halbfinale die Erwartungen. Der 31 Jahre alte Berliner kam in seinem Lauf in 3:38,23 Minuten auf Rang elf. Für das Finale hätte er drei Sekunden schneller sein müssen. „Es hat vielleicht ein bisschen am letzten Feintuning im Training gefehlt, weil ich mich vor drei Wochen bei einer Steigerung noch ein bisschen am Beuger gezerrt habe und dadurch ein bisschen in Rückstand gekommen bin“, erklärte Schlangen: „Die ganz knackigen Läufe, die konnte ich in dieser Phase nicht machen. Das war, denke ich, das, was mich jetzt das Finale gekostet hat.“
Im schnellsten der drei Vorläufe über 1.500 Meter lief Corinna Harrer am Montag als Zehnte ein. Ihre 4:07,83 Minuten reichten, um zu den sechs Zeitschnellsten zu gehören, die im Halbfinale an den Start gehen dürfen. Die Regensburgerin hat ihr Ziel beim ersten olyauftritt damit bereits erfüllt.
„Ich hatte noch ein supergeiles Abschlusstraining und eigentlich bin ich schneller als ich je war“, meinte „Coco“, die an Silvester 2011 bei ihrem Trier-Debüt gleich auf Platz zwei im Sparkassen-Elitelauf der Frauen stürmte: „Aber irgendwie klappt es auf den 1.500 Metern nicht so ganz, aber ich kann für meine ersten Olympischen Spiele zufrieden sein. Die Stimmung ist gigantisch.“
Termin-Hinweis für die 5.000 Meter der Männer: Vize-Europameister Arne Gabius hofft, über die Vorläufe am Mittwoch (ab 11.45 Uhr deutscher Zeit) das Finale am Samstag (20.30 Uhr) zu erreichen.
Tipp für alle, die noch mehr über die in London startenden Trierer Silvesterlauf-Größen erfahren möchten:
Im Internet auf leichtathletik.de gehen und in der Suchfunktion den jeweiligen Namen eingeben.