Silvesterlauf e.V.
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Sehnsucht nach einem deutschen Sieg!

Alle nationalen Asse kommen: Schlangen, Gabius, Pollmächer

Der Bitburger-Silvesterlauf ruft, und die deutschen Asse kommen: Die dominierenden deutschen Mittel- und Langstreckler gehen am 31. Dezember in Trier an den Start.

Ob Vize-Europameister Carsten Schlangen aus Berlin, Dominator der letzten Jahre über 1.500 Meter, der viermalige deutsche 5.000-m-Meister Arne Gabius oder Marathon-Spezialist Andre Pollmächer – der Anziehungskraft des „deutschen Sao Paulo“ können sie nicht widerstehen. Beim 22. Bitburger-Silvesterlauf geht es um mehr als das Prestige. Top-Platzierungen in Trier wie der letztjährige zweite Rang von Arne Gabius zieren jede Vita eines deutschen Läufers.

Mehr als das. „Die Atmosphäre ist unvergleichlich. Da muss ich wieder dabei sein“, erklärt Pollmächer, der 2010 erstmals in Trier startete. Der Chemnitzer verarbeitet derzeit den Frust darüber, dass er beim Frankfurt-Marathon Ende Oktober den eingeschlagenen Kurs auf die Olympianorm (2:12 Stunden) nicht halten konnte und nun einen neuerlichen Anlauf nehmen muss, sich für die Sommerspiele 2012 in London zu qualifizieren. Trier am Silvestertag ist für ihn der wichtigste Tempotest auf dem Weg dorthin.

Den gleichen Stellenwert genießt der Bitburger-Silvesterlauf in den Planungen von Carsten Schlangen. Der Berliner feiert bereits zum fünften Mal sein Wiegenfest und den Jahreswechsel in Trier. Letztes Mal überraschten ihn die Silvesterlauf-Organisatoren mit einer Riesen-Buttercremetorte zum 30. Geburtstag. Zum „einunddreißigsten“ wünscht Schlangen sich am 31. Dezember eine Verbesserung im nationalen Ranking: Vergangenes Jahr blieb ihm trotz eines respektablen siebten Platzes im Gesamteinlauf der internationalen Elite nur Position drei in der deutschen Rangfolge hinter Gabius (2.) und Pollmächer (6.). Eine solche Vorleistung würde Schlangen neuen Optimismus schenken. 2011 war für ihn ein Seuchenjahr: Wegen einer Verletzung musste er unmittelbar vor dem Renntag seinen WM-Start in Daegu absagen.

Große Pläne hat Arne Gabius. Der Tübinger, der sich im laufenden Jahr von seinem Trainer Dieter Baumann trennte und die Olympiavorbereitung ganz in eigene Hände genommen hat, muss seine persönliche 5.000-m-Bestzeit von 13:26 Minuten um acht Sekunden verbessern, um die Norm für London zu schaffen. Seine Olympia-Sehnsucht ist ähnlich groß wie die des Trierer Silvesterlauf-Publikums nach einem deutschen Sieg bei den Männern. Der letzte liegt nämlich bereits 15 Jahre zurück. 1996 triumphierte bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt völlig überraschend der deutsche 10.000-m-Meister Thorsten Naumann vor den hoch gewetteten Afrikanern.

Norbert Feder, Vorsitzender des Silvesterlauf-Vereins, ist „froh, die drei derzeit besten deutschen Läufer am Start zu haben.“ Zwar fehle im Feld der bisher verpflichteten Läufer ein Überflieger wie Haile Gebrselassie (Sieger 2009) oder der frühere 10-km-Weltrekordler Micah Kogo (2008 und 2010). „Dennoch wird die internationale Konkurrenz wieder sehr stark sein. Ein Favorit ist derzeit nicht auszumachen“, sagt Feder: „Vielleicht gibt es ja wieder mal einen deutschen Überraschungssieg. Man wird ja mal träumen dürfen …“