Silvesterlauf e.V.
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Überraschungssiege in Trier, Krause Fünfte

Haymanot Alew gewinnt die 26. Auflage des "deutschen Sao Paulo"

Haymanot Alew gewinnt die 26. Auflage des „deutschen Sao Paulo“

Beim 26. Bitburger-Silvesterlauf in Trier schlug die Stunde der Geheimtipps. Die Überraschungssieger sind beide 18 Jahre alt, beide kommen aus Äthiopien. Beim Sieg von Meskerem Amare im Sparkassen-Elitelauf der Frauen über 5 km belegte Deutschlands Läuferin des Jahres, Gesa Felicitas Krause, vor schätzungsweise 20.000 Zuschauern den fünften Platz. Im Bitburger-Lauf der Asse über 8 km musste sich Favorit Micah Kogo aus Kenia geschlagen geben. Amares Landsmann Haymanot Alew setzte sich im Spurt gegen den Sieger der Jahre 2008 und 2010 durch. Zwischen die beiden schob sich noch der Marokkaner Zakaria Boudad. Simon Stützel von der TSG 08 Roth war als Siebter bester Deutscher.

Gesa Krause: gefeiert, auch als Fünfte

Gesa Krause: gefeiert, auch als Fünfte

Die Hindernis-WM-Dritte Krause musste auf dem 1-km-Rundkurs durch Deutschlands älteste Stadt schnell die Überlegenheit der Konkurrenz anerkennen. „Schon nach der ersten Runde habe ich gemerkt, dass ich das angeschlagene Tempo von 3:05 Minuten pro Kilometer noch nicht in den Beinen habe.“, sagte die 23-Jährige, die erst kurz vor dem Silvesterlauf aus einem Kenia-Trainingslager zurückgekehrt war. Europas zweitschnellste 5000-Meter-Läuferin des Jahres, Maureen Koster, bemühte sich von Anfang an ums Tempo. „Ich wollte ein tolles Rennen und habe deshalb das Tempo hoch gehalten“, erklärte die Niederländerin. Doch in der letzten Runde forcierte die 18-jährige Amare derart, dass auch Koster nicht mehr folgen konnte. Die Afrikanerin, die erstmals in Europa startete, siegte in 15:36 Minuten. Koster blieb in 15:58 Minuten als einzige weitere Läuferin unter 16 Minuten.

Die Stimme des Bitburger-Silvesterlaufs in Trier: "Poschi"

Die Stimme des Bitburger-Silvesterlaufs in Trier: „Poschi“

 

Krause verpasste hinter der viertplatzierten Dänin Anna Holm Baumeister, die in Deutschland für den PST Trier startet, einen Podestplatz in 16:14 Minuten um vier Sekunden. „Unzufrieden bin ich auf keinen Fall“, sagte die Frankfurterin. „Es war ein tolles Jahr und ich bin froh, im abschließenden Rennen beste Deutsche gewesen zu sein. Ich war schneller als vor einem Jahr und hoffe, dass sich das im Sommer so fortsetzt.“ Bei Olympia in Rio de Janeiro hofft Krause auf einen Medaillengewinn.

Wie bei den Frauen gab es auch im Asselauf der Männer einen jungen und bislang weitgehend unbekannten Sieger – möglicherweise ein neuer Stern am afrikanischen Langstreckenhimmel. Haymanot Alew setzte sich in 23:00 Minuten gegen den Marokkaner Zakaria Boudad und den favorisierten Micah Kogo durch (beide 23:02). Alew entschied das Rennen erst in der letzten Runde.

Yuki Kawauchi aus Japan musste sich nach einem Sturz mit einem Mittelfeldplatz begnügen

Yuki Kawauchi aus Japan musste sich nach einem Sturz mit einem Mittelfeldplatz begnügen

 

Mit einem Urschrei versuchte Simon Stützel im Ziel Sambatrommler und Trillerpfeifenkonzert zu übertönen. „Das war geil und ziemlich perfekt“, sagte der deutsche Mannschaftsmeister im 10-km-Straßenlauf. Hinter dem polnischen Hindernis-Vizeeuropameister Krystian Zalewski (23:35) belegte Julian Flügel ebenfalls von der TSG 08 Roth in 23:38 Minuten den neunten Platz. Der japanische Marathon-Vielstarter Yuki Kawauchi musste sich nach einem Sturz weit abgeschlagen mit einem Mittelfeldplatz begnügen. Noch im Dezember war er zwei Rennen über die klassische 42,195-km-Distanz in 2:12-Stunden-Zeiten gelaufen. Der 28-Jährige genießt in der internationalen Szene Kultstatus. Er lief binnen sechs Jahren 35 Marathons, davon 34 unter 2:20 Stunden, sieben sogar unter 2:10.

Nahezu 20.000 Zuschauer verfolgten bei Sonnenschein und fast frühlingshaften Temperaturen die neun Entscheidungen. Insgesamt 2000 Teilnehmer rannten beim letzten Lauf des Jahres durch Deutschlands älteste Stadt.